Was unkostet das?

Es ist ja interessant, es gibt Begriffe, die verwendet man jeden Tag, und plötzlich fragt man sich, wieso heisst ein Tisch eigentlich Tisch und nicht Stuhl? Mindestens mir geht es so. Diese Frage hat mich schon als Primarschüler in eine existentielle Krise geworfen. Die Struktur ging mir sozusagen abhanden, weil ich keine Logik finden konnte. Bis die Erkenntnis kam: Es hat keine innere Logik, es ist eine Definition. Ausser natürlich bei den lautmalerischen Begriffen. Ein «Zisch» kann schlecht ein «Muh» sein.

Kürzlich ging es mir wieder so, beim Begriff «Unkostenbeitrag». Es wird ein Unkostenbeitrag erhoben, ich verwende das selber so. Was sind denn Unkosten? Ich kenne Untote – also Tote, die doch nicht tot sind. Das ist zwar nicht ganz logisch, aber Unkosten sind leider nicht Kosten, die keine Kosten sind. Im Gegenteil: Es wird ein Beitrag an die Unkosten erhoben.

Ich habe gedacht, vielleicht hilft der Duden weiter und intensiv recherchiert, wie man es von diesem Blog gewohnt ist: knallhart, gründlich, unbestechlich. Gefunden habe ich unter anderem Unart, Unbill, Unding, Ungeist, Unmensch, Unruhe … Es hat nicht weitergeholfen, es blieb immer eine Negation. Bis ich bei UN landete. United Nations, UNESCO, UNICEF, UNHCR.

Da habe ich verstanden, was UN-Kosten sind. Das sind die Kosten, die man nicht wahrhaben will und die es deshalb auch nicht geben kann. Mindestens in der Welt von Donald Trump.

Darauf muss ich ihn in Davos unbedingt ansprechen.

2 Gedanken zu “Was unkostet das?

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