Alles Psychos

Kürzlich habe ich über eine Studie der New Yorker Universität gelesen. Ein Forschungsteam unter der Leitung eines Psychologieprofessors hat 200 Personen in verschiedenen psychischen Verfassungen getestet. Jede einzelne Testperson hat 260 Lieder gehört und nach persönlichen Favoriten eingeordnet. Das Ergebnis: Die Probanden mit der höchsten Einstufung auf der «Levenson Self-Report Psychopathy Scale» – einer Skala zur Bestimmung von Psychopathie – haben den HipHop-Klassiker «No Diggity» und Eminems Hitsong «Lose Yourself» als Lieblingssong eingestuft. Eine zweite Gruppe von Personen, die auf der Psychopathie-Skala ganz weit unten eingestuft wurden, zählen «Titanium» von Sia und «My Sharona» von The Knacks zu ihren Lieblingssongs.

Jetzt muss ich dazu sagen, dass mir nicht vieles von Eminem gefällt, aber definitiv «Lose Yourself», der Song hat einfach eine unglaubliche Energie. Und auch «No diggity» höre ich gerne – in meinem hohen Alter noch. Was mir nach dem Artikel also durch den Kopf ging, ist leicht zusammengefasst folgendes: «Verdammt nochmal, was fällt diesen Voll-Spacken ein, das ist doch eine Riesensauerei, wie zum Teufel kann man so etwas behaupten, da sollte man das Gewehr aus dem Kasten holen und mal richtig aufräumen. Die gehören alle aufgehängt. Ab nach Sibirien. Das sollte man mit denen machen. Psychopathisch: NIE IM LEBEN!» Leicht zusammengefasst, wie gesagt.

Was ich dazu noch sagen muss: Ich höre auch gerne Johann Sebastian Bach, Dear Reader und Sophie Hunger. Alles sehr entspannt. Deren Musik ist glaube ich nicht verdächtig, wenn es um Aggressivität geht. Bei diesem Gedanken wurde mir alles klar. Die Studie muss einen methodischen Fehler haben. Die Lieder auf der Liste, die kann nur ein Psychopath ausgewählt haben!

2 Gedanken zu “Alles Psychos

  1. Die Studie ist natürlich nicht anwendbar, wenn der persönliche Musikgeschmack auf einer multiplen Persönlichkeit beruht. Der Vorteil einer m. P. ist immerhin, dass man mehrere Psychos in Personalunion sein darf 😉
    Abgesehen davon: Geniale Selbstironie, Lorenz. Und ein exzellenter Musikgeschmack natürlich …

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