Stiik

Meine USA-Ferien sind zu Ende – und wie Ferien so sind: sie waren wie immer sehr schön und natürlich zu kurz. Was schon auf dem Hinflug klar wurde: meine Englisch-Kenntnisse haben Optimierungspotential, etwas, dass mir meine Kinder schon immer vorhalten, und jetzt hat es sich bewahrheitet. Im familieninternen Wortbildungsduell (Inflight-Entertainment der Air Canada sei Dank) habe ich gnadenlos verloren, trotz gütiger Mithilfe meines englischsprachigen Sitznachbarn. Da soll noch einer etwas gegen den Ausbildungsstand der heutigen Gymi-Schüler sagen, mindestens im Englisch. Französisch lassen wir jetzt mal auf der Seite.

Hauptkritik der Sprösslinge ist aber meine Aussprache, bspw. weil ich Steak immer als „Stiik“ ausspreche, und nicht als „Stake“, da man bei uns zu Hause im Aargau halt immer „Stiik“ gesagt hat. Die Sache ist jetzt um eine Anekdote reicher, weil der „Bear“ eben auch nicht „Biir“ ausgesprochen wird, sondern „Bare“. So hat uns eine sehr nette Frau an einer Tankstelle etwa zwölfmal geraten, sehr früh in den Yellowstone-Park zu gehen, um Tiere zu sehen (bis so ein amerikanischer Motorhome-Tank wieder voll ist, kann man das Gleiche sogar fünfundzwanzigmal wiederholen), und ich habe dann wohl geantwortet, ich wolle keine Biere sehen. Das ist natürlich falsch.

Und in einem der gnadenlos pädagogischen Videofilme, die man in den Visitorcenters der Nationalparks jeweils sehen kann, rät ein aufgestellter Ranger, sich im Bärenland bemerkbar zu machen, bspw. mit einem freundlichen „Hi bear, coming through“. Die Pointe ist natürlich offensichtlich: wir sagen jetzt immer: „Hi beer, coming through“.

Aber zurück zu den Ferienerlebnissen. Es gibt einige Dinge in den USA, die ich auch nach der siebten Reise noch nicht verstehe. Dazu zählen folgende Punkte:

  • Wieso muss man auch als bald Zweiundfünfzigjähriger im Liquor Store konsequent seinen Ausweis zeigen, um zu dokumentieren, dass man älter als Einundzwanzig ist?
  • Wie ist es möglich, für Littering eine Strafe von 10’000 Dollar anzudrohen?
  • Wieso muss man bei jeder Kanufahrt sieben Seiten Haftungsausschlüsse unterschreiben, aber eine Waffe bekommt man gleich um die Ecke (eigentlich würde ich gerne mal eine Waffe kaufen, weil es mich Wunder nimmt, wie viele Papiere man in diesem Fall unterschreiben muss)?
  • Wie kann ein Mann wie Donald Trump ein ernsthafter Präsidentschafts-Kandidat sein?

Aber ich habe auch wieder gelernt. Beispielsweise folgendes: Man sollte nicht davon ausgehen, dass Amerikaner den letzten Punkt gleich sehen. Vor allem nicht, wenn man versucht, Small Talk zu betreiben.

Ein Gedanke zu “Stiik

  1. Und es hat sich alles so zugetragen, wie von Lorenz beschrieben. Ein (Zeit)Zeuge…
    der sich aber mindestens so ernsthaft fragt, wie man Hillary wählen kann, die mit dem illegalen Gebrauch von privaten Email Servern für Regierungsmails nicht nur sämtliche Sicherheitsbestimmungen umgangen hat, sondern vermutlich weit wichtigere (Umgehungs)Gründe dafür hatte. Lasst doch Trump regieren und Hillary den roten Knopf (nicht) bedienen. Ich selbst würde einen wilden dritten Kandidaten wählen oder der Wahl fernbleiben.

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