
Ja, ich weiss, ich muss aufpassen, dass es nicht zur Obsession wird, aber die Versuchung ist einfach zu gross. Trump lässt mich nicht los. Er hat vor kurzem auf seine seltsame Art damit kokettiert, Papst sein zu können, und dann noch mit einem Bild nachgelegt, dass ihn als Papst zeigt.
Ich bin immer wieder versucht, das für eine besonders infantile Form von Selbstironie zu halten, wobei ein Fachmann wahrscheinlich sagen würde, dass Infantilität und Selbstironie nicht zusammengehen. Aber nachdenklich werde ich spätestens, wenn solche Bilder auch vom Weissen Haus gepostet werden, oder wenn ein republikanischer Senator findet: «Ich war begeistert zu hören, dass Präsident Trump der Idee gegenüber offen ist, der nächste Papst zu werden. … Ich würde das päpstliche Konklave und die katholischen Gläubigen bitten, dieser Möglichkeit mit offenem Geist zu begegnen».
Aber hier wird ja quer gedacht. Wenn man sich der Idee mal öffnet, muss man sich eingestehen: Wer, wenn nicht Trump, passt am besten zum Stellenprofil:
- Der Papst ist unfehlbar.
- Der Vatikanstaat ist eine absolute Wahlmonarchie: der Papst ist Träger der gesetzgeberischen, rechtsprechenden und ausführenden Gewalt.
- Ein Verfahren zur Absetzung eines Papstes ist nicht vorgesehen und nach heutigem Selbstverständnis des Papsttums nicht möglich.
Alles, was Trump sich erhofft, ist da schon festgeschrieben.
Abgesehen von der Kleinigkeit, dass Trump gar nicht katholisch ist, gibt es eigentlich nur eine Hürde. Hochmut (Superbia) gilt als eine der Todsünden. Und durch Demut oder Bescheidenheit ist Trump tatsächlich noch nicht aufgefallen. Da würde beispielsweise auch dazu gehören, sich nicht selbst als erste Wahl zu bezeichnen.
Bliebe dann nur noch eine Frage zu klären: Ist das Amt des Papstes mit dem Amt des Präsidenten der USA vereinbar?
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