
Für einmal muss ich an dieser Stelle protestieren. Als Aargauer. Laut und deutlich. Die Schlagzeile heute in 20 Minuten (was würde ich bloss ohne 20 Minuten tun …): Aargauer (25) überfällt Casino und flüchtet mit Bargeld. Und dann noch in der Rubrik Ostschweiz, weil das Casino war in Bregenz (man hätte also auch die Rubrik Ausland nehmen können).
20 Minuten: Wir müssen reden. So geht das nicht. Jetzt hatten wir doch diese langen Diskussionen, ob man die Nationalität von Tätern nennen darf oder nicht, mit allen Vor- und Nachteilen und guten wie schlechten Gründen. Das war doch ein Schritt vorwärts. Und jetzt das. Ich fühle mich angeprangert (ja, ich komme aus dem Aargau und stehe dazu). Erst recht mit diesem offensichtlich sehr erfolglosen Täter, man hat ihn schon kurz darauf geschnappt.
Aber ich habe wieder etwas dazu gelernt. Ich wollte die Pointe nämlich mit einem Kommentar zum Artikel abrunden, weil ich mir sicher war, dass da wieder irgendwelche Aargauer-Sprüche kommen, und das ist ja der Skandal, weil genau mit solch unüberlegten Schlagzeilen alte Stereotype wieder befeuert werden.
Aber ich lag falsch. Kein einziger Kommentar dazu in 20 Minuten. Da braucht es schon so bewegende Themen wie „Fake George Clooney möchte mit Aurora Ramazzotti befreundet sein“. Da hatte es immerhin drei Kommentare. Was es nicht besser macht. Wie tief sind wir im Ranking gesunken. Jetzt wird nicht mal mehr über uns gespottet.
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