
Es ist höchste Zeit, wieder mal den Kulturgraben zu thematisieren, den es in der Schweiz gibt. Nein, die Rede ist nicht vom Röstigraben, sondern von der planetaren Differenz zwischen Aargau und Zürich, oder besser: der Stadt Zürich. Vielleicht ist es der Rüeblikuchen-Luxemburgerli-Graben, wer weiss das schon.
Was mir die Augen geöffnet hat: Die kommende Volksabstimmung vom 8. März, an der das Aargauer Volk darüber entscheiden darf, ob der einzige stationäre Blitzer im Kanton durch den Regierungsrat bewilligt werden muss. «Blitzerabzocke stoppen!» heisst das, Erklärvideo inklusive.
Leider gibt es am 8. März keine stadtzürcherischen Abstimmungen, aber man muss nicht weit zurückschauen, um die Andersartigkeit zu entdecken. Themen, welche die Stadt Zürich beschäftigen:
- 350 Millionen Franken für die Veloinfrastruktur
- Entlastung der Stadtzürcher Bevölkerung von steigenden Krankenkassenprämien
- Einsatzbeschränkung von Laubbläser und Laubsauger
- VBZ-Abo für 375 Franken
Selbstverständlich wurden diese Initiativen alle angenommen. Auch wenn wir das Resultat der Abstimmung im Kanton Aargau noch nicht kennen: Besser kann man nicht veranschaulichen, wieweit die Gräben in der Schweiz mittlerweile gehen. Wir müssen gar nicht besserwisserisch mit dem Finger auf die USA zeigen …
Aber es besteht noch Hoffnung. Vor kurzem hat sich die SP der Stadt Zürich für günstige Mitarbeiter-Parkplätze am Flughafen Zürich eingesetzt. Die Arbeit am Flughafen sei körperlich und psychisch anspruchsvoll und erfolge häufig im Schichtbetrieb. Deshalb seien viele aufs Auto angewiesen.
Da hätten wir doch ein Thema, dass uns wieder zusammen bringt: Parkplätze! Am besten, wir beginnen in der Stadt Zürich. Und damit die Aargauer nicht erneut das Gefühl bekommen, abgezockt zu werden, müssten diese natürlich gratis sein. Es dient schliesslich der Völkerverständigung.
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