Was ein Schrifttyp alles über uns aussagt …

Vor einigen Wochen war in der NZZ zu lesen, dass sich der Kulturkampf in Amerika mittlerweile sogar auf den Schrifttyp ausgeweitet hat. Die Administration Trump hat offensichtlich den Schrifttyp Calibri für woke erklärt und das US-Aussenministerium hat verfügt: weg mit der Schriftart aus der Biden-Ära, her mit der klassischen Times New Roman.

Man sollte nicht immer gleich über die eigenen Vorurteile stolpern, also habe ich beschlossen, der Bedeutung der Schrifttypen etwas nachzugehen. Und siehe da: Es war naiv von mir, nur auf das Erscheinungsbild zu achten. Ich muss der US-Administration recht geben. Die Wahl des Schrifttyps ist voller Botschaften! Ich habe versucht, das Ganze etwas zu sortieren.

  • Da gibt es beispielsweise die Schrifttypen mit einer versteckten geopolitischen Botschaft. Beispiele: Berlin (wir kommen), Dubai light (wir machen euch klein) oder Vladimir Script (die Russen stecken dahinter).
  • Es muss aber nicht verpackt daherkommen, es geht auch direkter und aggressiver: Forte, Trebuchet (eine mittelalterliche Belagerungsmaschine) oder Khmer (natürlich nur in Rot)
  • Aber nicht alle Schrifttypen sind auf Konfrontation aus. Es gibt auch die verspielten oder selbstironischen: Lucida, Euphemia, Kermit oder Univers Condensed.
  • Und ich muss gestehen: bei einigen Schrifttypen konnte ich den Sinn noch nicht entschlüsseln. Bspw. bei Felix Titling oder Poor Richard. Oder Bierstadt. (Fun Fact: Es gibt tatsächlich ein Bierstadt, das ist ein Ortsteil in Wiesbaden. Und offensichtlich wird Winterthur oft als Schweizer Bierstadt bezeichnet.)

Aber was ich immer noch nicht verstanden habe: Warum die US-Administration ausgerechnet auf Times New Roman umgestellt hat. Da hätte es doch viel passendere Schrifttypen gegeben. Beispielsweise Grotesque, oder HP Simplified …


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