Endlich da: Der Tag der Jahrestage

Ich habe vor einiger Zeit (um präzis zu sein: am 21. Januar) gelesen, dass der 21. Januar der internationale Tag der Jogginghose ist. Was mich wiederum daran erinnert hat, dass es einen ganzen Haufen von Jahrestagen gibt, von denen man noch nie gehört hat. Was mich am meisten beschäftigt: Wer darf solche Tage festsetzen? Bestimmt das Donald in einer Laune? Sind wir in der Schweiz verpflichtet, einen Jahrestag zu übernehmen, wenn Brüssel einen einführt? Oder gibt es eine zuständige UN-Kommission, die gewissenhaft Vor- und Nachteile analysiert und dann mit einem Dreiviertel-Quorum darüber entscheidet? Ich wollte mich ja darüber lustig machen, aber tatsächlich gibt es eine Liste UN-anerkannter Welttage. Und da 365 Tage für die Welt natürlich nicht reichen, gibt es auch noch anerkannte internationale Wochen und Jahre und Dekaden.

Es gibt ja nichts, was es nicht gibt:

  • den PI-Tag;
  • den National That sucks day;
  • den Internationalen Tag des verpixelten Technofanten (Selbstbeschrieb: Dieser Tag wirft wichtige Fragen auf: Wie können wir Kreativität fördern, ohne den Wert der künstlerischen Arbeit zu mindern? Welche Rolle spielen kostenlose Veröffentlichungen im literarischen Ökosystem?);
  • den Welt-Disco-Suppen-Tag;
  • den Internationalen Tag des Nasenbohrens;
  • den Welttag der nackten Gartenarbeit;
  • den Internationalen Tag der Jugendsolidarität im Kampf gegen den Kolonialismus und für eine friedliche Existenz.

Ein Universum für sich. Man weiss nicht so recht: Sitzt da Humor neben Todernst? Oder ist alles ohne Augenzwinkern gemeint?

Trotz UN-Liste. Eigentlich glaube ich, es funktioniert anarchisch. Wer will, ruft einen Jahrestag aus. Also mache ich das jetzt auch. Der 22. April ist künftig der Tag der nichtsnutzigen Jahrestage. Einfach, damit auch das endlich regelmässig gewürdigt wird.


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